«Die spinnen die Japaner!»
Wer sonst würde auch auf die Idee kommen, Kampfmaschinen
in Form von Dinosauriern und anderen Tieren zu gestalten.
Aber interessant sind die Zoids allemal.
Begonnen hat alles 1981, als die ersten drei Zoids-Modelle
auf den Markt gekommen sind. Noch ganz rudimentär haben
sie ausgesehen, aber damit wurde der Grundstein für eine
bis heute währende Erfolgsstory gelegt. Von Japan aus
haben die Zoids schon bald neue Territorien erobert, und bereits
damals ihren Weg nach Europa und den USA geschafft. So haben
einige in den siebziger Jahren geborene noch heute Kindheitserinnerungen
an dieses Spielzeug, das die Eltern wegen ihrer brachial-kriegerischen
Aufmachung manchmal gar nicht gern gesehen haben. Doch allen,
die sich damals keine Zoids kaufen durften oder nicht
mehr konnten, denn sie verschwanden Ende der 80er Jahre von
den hiesigen Märkten hier die gute Nachricht:
Zoids sind heute wieder erhältlich! Bislang zwar noch
nicht in Europa, doch in Japan erscheinen seit Ende der 90er
Jahre wieder ununterbrochen neue Modelle. Phasenweise waren
sie dort ein Renner, und auch in den USA, wo sie einige Jahre
lang vom Spielzeug-Riesen Hasbro verkauft wurden, rissen sich
die Kids um die Modelle. Dies hat nicht zuletzt auch damit
zu tun, dass TOMY, der Hersteller der Zoids, aus dem phänomenalen
Erfolg der Pokémons gelernt hat, und die Zoids mit
einer ähnlichen Marketingstrategie unterstützt:
Neben diversen Anime-Staffeln (Zeichentrickserie nach japanischer
Art) werden auch zahlreiche Goodies angeboten, wie ein Kartenspiel,
Comics, kleine PVC-Figuren, Spiele für Gamekonsolen,
limitierte Auflagen und vieles mehr.
Die eigentlichen Zoids sind mehr als nur Plastikfiguren: Es ist
vielmehr eine Mischung aus Spielzeug und Modellbausatz, wobei
jedoch kein mühsames Zusammenkleben oder umständliches
Bemalen nötig (aber durchaus möglich) ist. Die Teile
werden vielmehr zusammengesteckt und mittels den für
die Zoids typischen Gummikappen zusammengehalten. Im Gegensatz
zu den etwas komplexeren Gundams sind die Zoids nicht nur
leichter zusammenzubauen, sondern können sich insbesondere
auch bewegen! Die kleineren Modelle werden durch einen Aufziehmotor
angetrieben, die grösseren durch einen batteriebetriebenen
Motor. Nicht selten sind dann auch die Bewegungen erstaunlich
ausgetüftelt, so dass damit nicht nur bei Freunden Verwunderung
ausgelöst wird, sondern mitunter auch die aufgeschreckte
Hauskatze in die Flucht geschlagen werden kann ...
Bleibt die Frage, wann die Zoids endlich wieder ihren Weg
in die europäischen Spielwarengeschäfte finden werden.
Bislang bleibt nichts anderes übrig als seine Zoids-Bestellungen
bei Online-Versandshops zu tätigen (was allerdings gar
nicht so teuer ist wie allgemein angenommen). Wie das Beispiel
USA zeigt, können auch die westlichen Kids für komplexeres
Spielzeug begeistert werden, mindestens im gleichen Mass wie
für die meist fantasielosen und nicht selten lediglich
im Rahmen des Marketings zu einem Film auf den Markt geworfenen
Plastikfiguren. Zwar ist das Spielwarenangebot in Europa bislang
enttäuschend einfältig, dennoch besteht die Hoffnung,
dass TOMY angesichts des Erfolg der Zoids in Japan und den
USA diese Modelle auch bei uns ein weiteres Mal auf ihren
Siegeszug senden wird ...